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Geschichte

 
 
 
Geschichtliches

Wilderswil

 

Als 1879 die Fundamente zum Hotel Schönbühl in Wilderswil gebaut wurden, kamen 15 Alemannengräber zum Vorschein. Die Alemannen lebten nachweislich im 6. und 7. Jahrhundert in unserer Gegend. Die Geschichte zeigt, dass der heutige Ortsname Wilderswil vom Wort «villare» (Ableitung von lat. villa = Landgut) und dem Personennamen «Wild-hari» oder «Wild-heri» abstammt. «Wild-heres-wilare» hätte unser Dorf in frühester Zeit geheissen und wäre also der Hof gewesen, auf dem der Alemanne Wild-heri oder Wild-hari mit seiner Sippschaft wohnte.

Später regierten bekannte oberländische Freiherrengeschlechter über das Dorf, so die Burgherren von Rothefluh/Unspunnen, aber auch die Herren von Wädiswil, Weissenburg und Scharnachtal. Richtig bekannt wurde die Gegend erst durch die Unspunnenfeste von 1805 und 1808.

Lebte unser Dorf früher hauptsächlich von der Landwirtschaft, entwickelte es sich im letzten Jahrhundert zum Tourismusort. Ausschlaggebend war vor allem der Bau der Berner Oberland Bahn 1890 und der Schynige-Platte-Bahn 1893. Mit dem Aufschwung des Fremdenverkehrs entstanden um die Jahrhundertwende im Dorf neue Gasthäuser. Die ältesten Gasthäuser sollen bereits im 15. Jahrhundert in Gsteig (neben der Kirche, Gemeinde Gsteigwiler) und im Oberdorf (ein «Gasthof zum Riesenstein») gestanden haben. Das älteste bekannte Tavernenrecht wurde 1706 vergeben, an das heutige Hotel Bären.

Heute zählt Wilderswil 14 Hotels, ca. 100 Ferienwohnungen und 1 Campingplatz. Das Sportzentrum bietet Tennis, Squash, Badminton und eine Sauna an. Ein Vita-Parcours und zahlreiche Wanderwege laden Individualisten zur sportlichen Aktivität ein. Trotz dieses beträchtlichen Angebotes blieb Wilderswil sich selber treu und verbindet heute die gepflegten Oberländer Holzhäuser und das einheimische Leben mit der Kultur seiner Gäste aus der ganzen Welt, zu jeder Jahreszeit.

 


Gsteigwiler

 

Abseits des grossen Touristenrummels stehen die Häuser von Gsteigwiler auf einer Terrasse, die gegen das «Bödeli» (Boden/Schwemmebene zwischen Thuner- und Brienzersee) durch einen Moränenwall des ehemaligen Aaregletschers abgegrenzt ist. Die Kirche Gsteig ist das älteste urkundlich erwähnte Gebäude von Gsteigwiler. Das Dorf ging 1310 aus dem Besitz der Herren von Wädenswil und Ringgenberg an das Kloster Interlaken über und von dort an Bern. Im 19. Jahrhundert gab es hinter Gsteigwiler einen Steinbruch. Die Steinhauer bearbeiteten dort die heutigen Brunnen in unserer Gegend und rollten diese auf die andere Talseite. Heute bringen die BOHAG (Berner Oberländer Helikopter AG) und verschiedene Handwerksbetriebe Verdienst und Sicherheit. Im Jahr 1999 konnte die Genossenschaft Dorfladen gegründet werden, die seither den Dorfladen erfolgreich betreibt. Das Gasthaus Steinbock und das Hotel Schynige Platte sowie der Grossteil des Trassees der Schynige Platte Bahn liegen auf Gemeindeboden von Gsteigwiler.

 


Saxeten

 

Eingebettet zwischen Sulegg, Schwalmeren und Morgenberghorn liegt das Dorf Saxeten. Das Dorf wird erstmals 1233 als Sachsatun und 1349 als Sachsatan erwähnt. Das Tal gehörte zur Herrschaft Unspunnen. Möglicherweise erfolgte die erste Besiedlung unter der Herrschaft des Freiherrn von Turn-Gestelen durch Lötscher aus dem Wallis. Die Saxeter lebten und leben heute noch zum Grossteil von Viehzucht und Landwirtschaft. Während des Sommers werden auf den Alpen gegen 500 Stück Vieh betreut. Beliebte Wander- oder Bergsteigerziele sind der Rengglipass, der Bällenhöchst sowie die Schwalmere. Im Winter sorgt ein kleiner Skilift beim Restaurant Pintli sowie ein romantischer Schlittelweg für Aktivitäten im Dorf.

 

 

 


Kirche Gsteig

Reformierte Kirche. Der heutige Bau stammt aus dem 12./13. Jahrhundert, die ältesten Fundamente stammen vermutlich aus dem 8./9. Jahrhundert. Romanische, gotische und barocke Stilepochen können nachgewiesen werden. Der aussergewöhnliche Friedhof liegt gleich dahinter. Man stelle sich vor, dass früher die Leute nicht nur aus Wilderswil, Gsteigwiler und Saxeten, sondern auch aus Gündlischwand, Lütschental, Isenfluh, Bönigen, Iseltwald, Matten und Interlaken in Gsteig kirchengenössig waren. Vor der Reformation gehörte sogar das Lauterbrunnental zu Gsteig.

 



Dorfmuseum "Alte Mühle"

Seit mehr als 1000 Jahren leben Menschen in unserer Gegend. Die Mühle war der Ort, wo sich die Menschen begegneten. Zeitlich begrenzte Ausstellungen geben Ihnen Informationen über Kunstgewerbe, Malerei, Foto- und Hobbyarbeiten, Dorf- und Vereinsleben. Eintritt frei. 

 



Lütschine und Saxetenbach

Wie viele andere Flüsse und Bäche haben auch Lütschine und Saxetenbach ihre lokale Geschichte. Einmal halfen beide Gewässer in jahrtausendelanger Arbeit die Schwemmebene, das Bödeli zwischen Thuner- und Brienzersee ausfüllen, dann brachten sie den anwohnenden Menschen viel Kummer, Sorgen und Schaden. Aus dem Taufrodel von Gsteig ist zu entnehmen, dass die Lütschine 1566 und 1629 über die Ufer trat. 1821 hören wir wieder von einem Ausbruch des Saxetenbaches und 1831 von der Lütschine, die den unteren Teil des Dorfes überschwemmte. 1987 trat der Saxetenbach über die Ufer und überschwemmte die Häuser entlang seines Ufers und weiter unten im Dorf. Durch eine Verbauung oberhalb des Dorfes sollte ein solches Unglück nicht mehr möglich sein. 1999 verloren 21 junge Menschen bei der Ausübung von Canyoning im Saxetenbach ihr Leben. Im Jahr 1865 wurde die Schwellenkorporation gegründet, die seither für den Bau und den Unterhalt der Dämme und die Räumung des Bachbettes zuständig ist. Der 22. August 2005 wird ebenfalls in die Geschichtsbücher der Gegend eingehen; die Dämme und einige Brücken konnten den Wassermassen insbesondere der schwarzen Lütschine nicht mehr standhalten – die untere Dorfhälfte von Wilderswil und grosse Teile des Bödeli’s wurden überschwemmt.

 


Ruine Rothenfluh

Die Burg ist 1298 erstmals schriftlich erwähnt. Der letzte Vertreter des Geschlechts soll in der Verbannung gestorben sein (Gedenktafel von 1833 an der Staatsstrasse nach Zweilütschinen). Die Burg dürfte ins frühe 13. Jahrhundert zurückreichen. Rothenfluh ist die einzige mit Mauerresten erhaltene Balmburg des Kantons Bern. 1577 ist sie bereits Ruine. Heute ist die Anlage im Eigentum der Burgergemeinde Wilderswil. 2003/04 erfolgte die Teilrestaurierung und Neuerschliessung durch die Heimatvereinigung Wilderswil und den Archäologischen Dienst des Kantons Bern. Der «Burgenweg», als Teil der «Kulturwege am Eingang der Lütschinentäler» verbindet beide Ruinen in der Gemeinde Wilderswil.

 



 
08.02.2012 22:10