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Lohner-Westflankensteig - Adelboden

Auf einen Blick

  • Start: Adelboden Oey
  • Ziel: Engstligenalp
  • schwer
  • 13,41 km
  • 8 Std. 30 Min.
  • 1200 m
  • 2343 m
  • 1232 m
  • 60 / 100
  • 80 / 100

Beste Jahreszeit

Anspruchsvolle Querung der Lohner-Westflanke, nur für erfahrene Bergsteiger! Im Aufstieg zur Lohner-Hütte einige Sicherungen, dann teilweise sehr schmale, exponierte Wege. Hier ist ein absolut sicherer Tritt unerlässlich, Teleskopstöcke sind von Vorteil. Bei unsicherer Witterung, Altschnee oder nassem Gelände ist von der Tour in jedem Fall Abstand zu nehmen. Wer gute Fotos machen will, muss bei der Planung die westseitige Exposition der Route berücksichtigen. Grandiose Kulisse, einmalige Vertikalgefühle. Von der Weggabelung über dem Ärtelenbach kann man alternativ auch direkt zur Talstation der Engstligenalp-Seilbahn absteigen. (Autor: Eugen E. Hüsler, Markus Meier, Peter Deuble)

Der Verlauf des Anstiegsweges von Adelboden- Oey (1238 m) zur Bunderalp wird durch das (mautpflichtige) Sträßchen vorgezeichnet. Bis zum Parkplatz Bunderle (1360 m) folgt man dem Asphaltband, im weiteren Verlauf lassen sich seine weiten Schleifen auf dem weiß-rot-weißen Wanderweg abkürzen. Schließlich erreicht man das weitläufige Almgelände mit zwei Sommerwirtschaften; bei der letzten Alphütte, I de Schrickmatte (1812 m) gabelt sich die Route, lösen blaue die roten Markierungen ab, was bedeutet - alpine Routen. Diese Einstufung verdienen sie durchaus; einem ehemaligen Gemeindeschreiber von Adelboden soll beim Blick über den Wandabbruch über der Schrickmatte ein ziemlicher Schreck in die Glieder gefahren sein. Seither heißt die Schlüsselstelle des oberen Weges »Schryberschreck«. Die rund 60 Meter hohe Steilstufe erweist sich bei näherem Augenschein allerdings als recht harmlos; Ketten sichern das Zickzackweglein durch die Steilrinne. Der untere Hüttenzustieg quert zunächst flach gegen den Felsfuß, läuft dann über schmale Bänder, bevor er in leichtem Felsgelände zu einer engen Steilrinne im Rücken eines abgespalteten Turmes ansteigt. Sie lässt sich über eine längere Holzstiege leicht durchsteigen, mündet auf einen engen Durchschlupf. Gleich anschließend folgen zwei Eisenleitern, dann ist eine tiefe, felsige Rinne mit einigem Höhenverlust zu queren. Über weitere Eisensprossen gelangt man in leichtes Gelände, aus der Mini-Ferrata wird wieder ein Wanderweg. Er quert, zunächst noch ansteigend, zu einer felsigen Rinne. Man passiert sie und steigt an ihrem rechten Rand (eine Kette) steil hinauf zu einer Felsbarriere (ca. 2090 m). An ihrem Fuß mündet von links der obere Zustieg (Wegweiser). Der gut gestufte, etwa zwanzig Meter hohe Aufschwung (»Zürchertritt«) ist durch dicke Ketten entschärft, wie auch eine kleine Felsstufewenig höher. Anschließend quert man, zuletzt etwa dreißig Höhenmeter absteigend, zwei Karmulden hinüber zur Lohnerhütte (2171 m), bei deren Anblick einem unwillkürlich der Ausdruck »Adlerhorst« einfällt. Der Blick wandert hinauf (in ungangbare Felsmauern), hinunter (über schwindelnde Abbrüche) und hinüber (zumWeiterweg).Was für eine Kulisse! Über die Witi Chume zur Engstligenalp Abwärts führt zunächst auch der Weiterweg, bis auf den Grund des mächtigen, von tiefen Gräben durchfurchten Geröllkars der Witi Chume, ehe er im Zickzack am Rand einer grünen Geländerippe gegen den Felsfuß des Mittaghorns (2678 m) ansteigt. Die anschließende Querung hinaus zu einer Kanzel (2367 m, Gedenktafel), die den Übergang von der Nord- in die Westflanke vermittelt, verläuft über abschüssige Schieferhänge, ist zudem steinschlagbedroht: Also Vorsicht! Am höchsten Punkt der Tour hat man dann Gelegenheit, den Blick übers Engstligental und zu den beiden Hauptgipfeln über Adelboden, Gsür und Albristhorn, zu genießen, im Süden steht massig und mit weißem Dach der Wildstrubel. Der Weiterwegverläuft zwischen Felsen(oben)undFels (unten), gut einen Kilometer hoch über dem Talboden, quert einen weiteren Geröllkessel absteigend zur nächsten markanten Geländerippe, P. 2259 m. Weiter an Höhe verlierend, gelangt man in das von Felsmauern überragte Amphitheater der Luserbleika. Die manchmal recht dürftige Spur peilt den Felsfuß an, läuft zuletzt – vorbei an »Johann’s Luser Bar« mit Bank – hinaus zu den Blumenwiesen oberhalb der grünen Kuppe des Lusers (ca. 2230 m), wo die Schwierigkeiten enden. Hier steht noch eine Bank, und manch eine/r wird sich gerne niederlassen, um das Erlebte Revue passieren zu lassen und/oder die arg strapazierten Nerven zu beruhigen. Hochprozentiges gibt’s allerdings (bei Bedarf) erst drüben auf der Engstligenalp (1965 m), die man auf dem gut markierten Weg erst ab-, dann nochmals ansteigend erreicht. Wer mag, kann auch gleich zur Talstation der Seilbahn absteigen. Der ordentliche Weg (Abzweigung bei P. 1956 m; Tafeln) weicht der wilden Klamm des Ärtelenbachs nordseitig aus und führt in vielen Kehren hinunter nach Unter dem Birg (1400 m)

Allgemeine Informationen

Sicherheitshinweise

Gemäss Klettersteigskala: B (K2, mässig schwierig)

Ausrüstung

Wir empfehlen folgende Ausrüstung: Offizielle Klettersteig-Ausrüstung, Handschuhe, feste Bergschuhe, mittelgrosser Rucksack mit Hüftgurt, Sonnenschutz, Regenbekleidung, Taschenapotheke, Picknick, genügend Flüssigkeit, Mobiltelefon.

Parken

Parkplatz Engstligenalpbahn

Öffentliche Verkehrsmittel

Bus ab Adelboden Post bis Adelboden Oey.

Wegbelag

  • Strasse (3%)
  • Asphalt (14%)
  • Pfad (47%)
  • Wanderweg (36%)
  • Klettersteig (1%)

Wetter

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