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Von Beatenberg über das Sigriswiler Rothorn

Auf einen Blick

  • Start: Beatenberg
  • Ziel: Sigriswil
  • schwer
  • 17,03 km
  • 6 Std. 30 Min.
  • 1068 m
  • 2051 m
  • 797 m
  • 100 / 100
  • 80 / 100

Beste Jahreszeit

Der Sigriswiler Grat mit dem Rothorn als höchster Erhebung fällt schon vom Mittelland aus als langgezogene Silhouette auf. Die parallel zum Niederhorngrat verlaufende Kette ist im Gegensatz zu jener allerdings weniger stark frequentiert, weil das Gelände steil und die Wanderungen darum herausfordernd sind.

Für schwindelfreie Naturliebhaber ist die Rothornkette ein vielfältiges Wanderparadies mit grossartigen Ausblicken. Der Zugang ins Gebiet führt bei der hier vorgestellten Wanderung von Beatenberg durch das legendäre Justistal. Legendär wegen seines berühmten Alpkäses – die Laibe werden jeweils zu Ende der Alpsaison mit der rituellen Chästeilet vor viel Publikum auf die Besitzer verteilt. Und dann ist da nach dem sehr steilen Aufstieg durch die Südostflanke des Rothorns noch das Schafloch. Eine Höhle, die im Zweiten Weltkrieg als Teil des Réduits zur Bergfestung ausgebaut und mit einem gut 600 Meter langen Stollen durch den Berg versehen wurde. Wer durch diesen stockdunklen Gang auf die Nordseite des Berges gelangen möchte, braucht zwingend eine Lampe und warme Kleidung.

Die grosszügige, auch von Schafen als Unterschlupf genützte Höhle sei aber auch ein alter Kraftort mit einer intensiven Energiestrahlung, schreibt Pier Hänni in seinem Buch «Kraftort Thunersee». Man solle sich trotz der niedrigen Temperatur Zeit nehmen, um die aussergewöhnliche Energie auf sich wirken zu lassen. Zwar seien Begegnungen mit Bergfeen ausgesprochen selten, aber Anhänger der Naturmythen seien überzeugt, dass ihre spirituelle Ausstrahlung im Kraftfeld des Schaflochs spürbar sei.

Allgemeine Informationen

Wegbeschreibung

Von Beatenberg Bergstation (1121 m) der geteerten Strasse entlang ins Justistal zur Grönhütte (1125 m). Weiter auf Strässchen bis Spicherberg­-Püfel (P. 1255), dann via Flüe­laui auf einem immer steiler werdenden Zick­zackpfad zum Schafloch hinauf; dabei muss eine Leiter passiert werden. Dem etwas exponierten Pfad nach Südwesten unter den Felsen durch folgen, bis man bei der Verzweigung vor dem Felsturm (P. 1816) rechts aufsteigen und die Karstlandschaft wenig oberhalb der Alp Ober­bärgli (1818 m) erreichen kann. Gegen Nordos­ten in einem Bogen ansteigen, bis man zuletzt nochmals steil, unter gelegentlichem Handein­satz, auf die Gipfelpyramide (2051 m) gelangt. Auf demselben Weg zurück bis Oberbärgli, dann via Underbärgli (1676 m) auf gutem Weg vor der Spitzen Fluh gegen Nordwesten durch die Wald­flanke steil absteigen nach Wilerallmi (1205 m) und über Zälg (1005m) und Schwendi nach Sigriswil (796 m).

Sicherheitshinweise

An­spruchsvolle Tour in grossartiger, jedoch recht einsamer Voralpenlandschaft mit einigen ab­schüssigen Passagen, die Trittsicherheit erfor­dern. Weiss-rot-weiss markierte Bergwanderwege. Schwierigkeit: T3.

Ausrüstung

Normale Wanderausrüstung, stabile Bergschuhe.

Tipp des Autors

Durch den Schaflochstollen auf die Nordseite des Rothorngrates und von da zum Rothorngipfel aufsteigen. Dazu unbedingt eine gute Lampe und eine Jacke einpacken.

Anfahrt

Mit dem Auto am besten bis Beatenbucht. Nach der Wanderung von Sigriswil mit dem Bus zurück nach Beatenbucht (Fahrzeit etwa 30 Minuten).

Parken

Parkplätze in Beatenbucht bei der Standseilbahn.

Öffentliche Verkehrsmittel

Anreise: Mit dem Zug bis Interlaken, weiter mit Postauto nach Beatenberg. Oder mit dem Zug nach Thun und mit Bus bis Beatenbucht und von dort mit Standseilbahn nach Beatenberg.

Rückreise: Mit dem Bus ab Sigriswil nach Thun, dort Bahnanschluss.

Literatur

Wandermagazin SCHWEIZ, Ausgabe 4/2013: Thunersee – Brienzersee. Rothus-Verlag, Solothurn, www.wandermagazin.ch und www.wanderwege.ch.

Karten

LK 1:50.000, 254T Interlaken.   

Weitere Informationen

Beatenberg Tourismus, 3803 Beatenberg, Hälteli 400D, Tel. 033 841 18 18, www.beatenbergtourismus.ch.

Wegbelag

  • Strasse (47%)
  • Pfad (43%)
  • Wanderweg (10%)

Wetter

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